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„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
 der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“


(Zitat: Hermann Hesse)

Heute ist der Tag der Tage. Ich verlasse den Schreibtisch und schreibe in die weite Welt hinaus. Um genau zu sein – schreibe ich ins World Wide Web. Nach vielen Wochen der Orientierung, der Profilschärfung und des Rumfeilens ist es heute soweit. Meine Internetseite geht online sowie mein Blog.

Zu welchem Thema aber schreibt man eigentlich seinen ersten Blog-Eintrag?

Nun, ich bin zwar ein Frischling, was meine eigene Unternehmenspräsenz angeht. Aber beruflich begleite ich schon seit vielen Jahren Unternehmen bei Ihrer Kommunikations-Strategie, entwickle Positionierungen und erforsche die Möglichkeiten der digitalen Welt. Wer hätte gedacht, dass es so viel schwieriger ist, für mich selbst zu schreiben?

Diesem Gedanken folgend, bin ich auf ein Phänomen gestoßen, welches ich oft schon bei Kunden beobachtet habe. Die Strategie ist klar, die Positionierung stimmig und dann fängt die „Schieberietis“ an. Wir haben noch nicht alle Details bedacht, ein Mitbewerber hat gerade eine neue Idee auf den Markt gebracht, die neuesten Analysezahlen sagen etwas ganz anderes aus… Projekte ziehen sich ins Unendliche.

Was macht es so schwer einfach loszulegen, dem Erarbeiteten zu vertrauen und die Ideen der Realität zu übergeben? Es gibt diverse Stolpersteine – die den Anfangszauber zur Stillstandsstarre verwandeln.

Stolperstein Nr.1: Die Perfektionsfalle.

Seien wir ehrlich. Die perfekte Strategie, die perfekte Botschaft, das perfekte Bild gibt es nicht. Und wenn wir noch solange daran feilen und noch so viel recherchieren, analysieren und bedenken – selbst wenn wir noch zehn Experten mehr dazu befragen – wir werden nicht zu dem perfekten Ergebnis kommen. Also ist irgendwann der Punkt gekommen, an dem ein semigutes Ergebnis, das richtige Ergebnis ist. Und das soll kein Befürworten der Mittelmäßigkeit sein, sondern vielmehr der Ruf des pragmatischen Lebens. Im übrigen – Wussten Sie, dass Perfektionismus aus dem Lateinischen stammt und sich übersetzt als den übertriebenen Drang zur Vervollkommnung? Wer will denn da noch perfekt sein?

Stolperstein Nr. 2: Die Angst vor der Kritik

Im Kopf ist uns das ja längst klar. Natürlich können nicht alle unserer Meinung sein. Das wäre ja auch schlimm, denn dann wäre unser Profil so flach und so verschwommen, dass wir nie als etwas Besonderes zu erkennen wären. Wenn da nur nicht dieses kleine zarte Stimmchen in uns wäre, das sich einfach nur wünscht VON ALLEN GEMOCHT zu werden. Dieses zweifelnde Gefühl, welches Widerspruch als Ablehnung versteht, welches Kritik als persönliche Niederlage interpretiert und welches uns zu allem Überfluss auch noch ständig Verzögerungstaktiken ins Ohr flüstert. Schluss damit: Wer intensiv daran arbeitet, seine Einzigartigkeit heraus zu kristallisieren, kann diese dann nicht mit Relativitäten wieder zudecken.

Stolperstein Nr. 3: Bloß keine Fehler machen.

Wir sind zwar alles Menschen – und andere Menschen dürfen auch gerne Fehler machen – aber wir selbst? Nein. Wir wären ja unprofessionell, wenn wir Fehler nicht sofort als solche entlarven würden. Natürlich kennen wir auch alle die Sprüche: Irren macht menschlich. Unfehlbare sind unsymphatisch. Aus Fehlern lernt man. Selbst Einstein machte Fehler. Also bleibt uns wohl nichts anderes übrig – als auch menschlich zu werden. Und sollte sich bei uns ein Fehler eingeschlichen haben – dann nehmen wir es sportlich, stehen dazu und lernen daraus.

Ich habe mich bei meiner Internetseite und meiner SocialMedia-Strategie gewunden und gewunden – und glauben Sie mir, ich habe gekämpft wie eine Löwin, um alle Eventualitäten zu bedenken. Und je näher ich dem Startdatum kam, desto größer wurde der Berg an Eventualitäten. Bis ich in einer Runde von anderen Unternehmerinnen das Thema offen angesprochen habe. Und da gab mir Heide Liebmann (http://www.heide-liebmann.de), die erfahrene Potenzialdedektivin, folgenden Rat: „Besser unperfekt anfangen als perfekt zögern!“ Dieser Spruch hängt seitdem über meinem Schreibtisch und beruhigt meine inneren Stimmchen und mein nörgelndes Perfektionismusgeplapper im Hintergrund.

Ich wünsche Ihnen allen einen zauberhaften Anfang – womit auch immer Sie im Moment am Start stehen. Und lassen Sie uns gemeinsam die Stolpersteine aus dem Weg räumen. Eine Welt ohne Fehler wäre eine arme Welt. Deshalb, auf ins Abendteuer und fleißig Fehler gemacht!

4 Antworten
  1. Margit Sies
    Margit Sies says:

    Liebe Frauke,

    welch weise Worte, die ich allesamt abnicke. Nehme ich mit in die kommende Woche als Motivation und wünsche dir mit deinem neuen Blog viel Spaß und Erfolg!
    Margit

    Antworten
    • Frauke
      Frauke says:

      Liebe Margot,
      vielen Dank für Deine Grüße. Und ich wünsche Dir einen Megastart in die nächste Woche.
      Liebe Grüße
      Frauke

      Antworten
  2. Till Ohnesorge
    Till Ohnesorge says:

    Eine Welt ohne Fehler wäre eine arme Welt. Deshalb, auf ins Abendteuer und fleißig Fehler gemacht!

    Den Satz mag ich!

    Antworten

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